PSEAH* für NGOs
Kuckuck Produktion erarbeitet mit interessierten Organisationen, die in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit tätig sind, massgeschneiderte Präventionsangebote für ihre Mitarbeitenden. Als Methode nutzen wir das Forumtheater – je nach Aufgabenstellung und Zielen der Organisation mit mehr oder weniger Theaterschaffenden und Moderator:innen.
*PSEAH
(prevention of sexual exploitation, abuse and harassment = Richtlinien zum Schutz vor sexueller Ausbeutung, Missbrauch und Belästigung) ist der von den Vereinten Nationen und Nichtregierungsorganisationen verwendete Begriff für Massnahmen zum Schutz von Menschen vor sexueller Ausbeutung und Belästigung durch ihre eigenen Mitarbeitenden und das zugehörige Personal.
Rahmenbedingungen
- Methodik: Forumtheater
- mit oder ohne juristische Fachperson
- Dauer: 1 Tag oder nach Absprache
- Kosten: nach Absprache
- Ab 6 – ca. 100 Teilnehmenden
- Zielgruppe: NGOs, grosse Organisationen
Genf, New York, Addis Ababa Erlebnisberichte aus drei Stätten
UNO GENF
2023 präsentierte Kuckuck-Produktion mit vier Schauspielenden in Genf vor Fachpublikum bestehend aus UNO-Abteilungen und NGOs eine Vorführung des Forumtheaters anhand von drei realistischen Fällen. Sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz; Nichteinhalten des Code Of Conduct und sexuelle Ausbeutung in einem Flüchtlingscamp, gemeldet von einem Whistleblower…
UNICEF NEW NORK
2023 fand in der Folge im Herbst eine weitere Präsentation in New York in den Räumlichkeiten der UNICEF in Zusammenarbeit mit der schweizerischen Botschaft, dem EDA (DEZA Focal Point) und Kuckuck-Produktion statt. Christoph Rath, Diana Rojas, Brigitta Javurek, Roger Nydegger spielten im Forumtheater…
UNO ADDIS ABABA
2024, März, Äthiopien, Addis Ababa. Kuckuck-Produktion (Martin Hannemann, Diana Rojas, Brigitta Javurek und Roger Nydegger) und Maja Loncarevic präsentieren auf Einladung der Schweizer Botschafterin einem ausgewählten Publikum, die drei Forumtheater Spielszenen. Neu wird sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz auch in einer umgekehrten Version Vorgesetzte (Frau) belästigt neuen Angestellten (Mann) gespielt…
Warum ist Prävention für die Mitarbeitenden wichtig?
Sexuelle Gewalt ist weltweit verbreitet und kann schwerwiegende psychische, physische, soziale und weitere Folgen für die Überlebenden/Opfer und ihre Angehörigen haben. Auch betroffene Organisationen werden von negativen Auswirkungen nicht verschont. Stichworte dazu: Verlust von qualifiziertem Personal, negative Arbeitsatmosphäre, Verlust von Glaubwürdigkeit, Spendenrückgang, Shitstorm usw. In der Mehrzahl sind die Opfer Frauen, aber auch Männer und Menschen im ganzen Genderspektrum sind gefährdet. Regierungen und Organisationen haben eine Verpflichtung, diejenigen zu schützen, die der Unterstützung bedürfen, wie auch alle Mitarbeitenden von NGOs und Regierungen. PSEAH (prevention of sexual exploitation, abuse and harassment = Schutz vor sexueller Ausbeutung, Missbrauch und Belästigung) kann nicht von einem Einzelnen allein erreicht werden, sondern bedarf des Engagements und der Umsetzung durch den gesamten Sektor der humanitären Zusammenarbeit und vor allem auch die Gesellschaft als Ganzes.
Was kann das Forumtheater?
Das Forumtheater ist eine Methode des Empowerments, die eine benachteiligte Gruppe dazu befähigen soll, die eigenen Interessen und Ziele zu formulieren und für diese einzustehen. Es dient der Bewusstseinsbildung und Friedensförderung sowie der Sensibilisierung für soziale Konflikte. Forumtheater macht die unterschiedlichen Sichtweisen in Konflikten sichtbar. Die klassische Grenze zwischen dem Publikum und der Bühne wird im Forumtheater aufgelöst.
Wie funktioniert Forumtheater?
Beim Forumtheater werden vorgängig Konfliktszenen mit den Betroffenen besprochen und verschiedene Handlungs- und Lösungsmöglichkeiten erarbeitet. Oder es werden Konfliktbespiele verwendet, die immer wieder auftauchen. Die Betroffenen nehmen verschiedene Perspektiven ein und erweitern somit ihren Handlungsspielraum. Gleichzeitig eröffnen sich den Zuschauer:innen, die vorher wenig Einblick in die Problematik der Zielgruppe hatten, neue Blickwinkel. Das auf eine spielerische Art Gelernte kann in soziale und politische Räume übertragen werden.
Wie läuft das Forumtheater ab?
Zunächst wird der Konflikt in einer oder mehreren Spielszenen gezeigt. In dieser Szene muss deutlich werden, was die Protagonistin, der Protagonist will und welche Schwierigkeiten ihr oder ihm begegnen. Dabei gibt es immer mindestens eine Gegenspielerin oder einen Gegenspieler. Bei den besprochenen Konflikten handelt es sich nicht um abstrakte Probleme. Nachdem der Konflikt dargestellt ist, erfolgt die «Forumphase». Diese wird moderiert. Dabei wird das Publikum nach Vorschlägen gefragt, um den Konflikt zu lösen. Diese Vorschläge werden von den Schauspieler:innen in ihre Rolle integriert .Sie spielen die Szenen nochmals, gemäss den Vorschlägen. Manchmal kommen auch Zuschauer:innen auf die Bühne und spielen den eigenen Lösungsvorschlag. Im Anschluss wird unter der Leitung der moderierenden Person die Wirkung der gespielten Szenen reflektiert und vertieft diskutiert.
Während des Forumtheaters erhalten die Teilnehmenden auch Inputs zu rechtlichen Fragen, zum Code of Conduct der Organisation und weitere Informationen zum Thema, gemäss Absprache und Wünschen der Auftraggeberin.
Referenzen
2024: UNO – Workshop in Addis Ababa
2023: UNICEF – fünftägiger Workshop in New York City; Forumtheater in mehreren Etappen
2022: FASTENAKTION – Workshop für Mitarbeitende in den verschiedensten Schwerpunktländern
2022: GENF – Workshop für Mitarbeitende diverser UNO-Organisationen
Videoproduktion für Deza zum Thema sexuelle Belästigung (Stillbild)
